Back-Report Österreich 2026
Vom Bäckersterben bis zum Sauerteig-Boom — Daten, Trends und Überraschungen rund ums Backen in Österreich. Basierend auf Daten von WKO, Statistik Austria, AMA und Google Trends.
Österreich auf einen Blick
Die wichtigsten Zahlen rund ums Backen und Brot in Österreich — zusammengefasst aus 6 unabhängigen Datenquellen.
Das große Bäckersterben
In den 1970ern gab es noch 3.500 Bäckereien in Österreich. Heute sind es nur noch 1.357 — ein Rückgang von über 61%. Im Schnitt schließen 39 Bäckereien pro Jahr.
Was Brot heute kostet — 10 Jahre Preisentwicklung
Der Verbraucherpreisindex zeigt: Brot wurde seit 2020 um 35% teurer — fast doppelt so stark wie die Gesamtinflation. Der Ukraine-Krieg trieb die Mehlpreise in die Höhe.
Österreich — Land des Brotes
Mit 300+ Brotsorten und 51,2 kg Pro-Kopf-Verbrauch ist Österreich ein echtes Brotland. Aber wo kaufen die Österreicher ihr Brot — und welche Sorte ist die beliebteste?
Das Mühlensterben — Von 4.500 auf 92
Das Mühlensterben ist noch dramatischer als das Bäckersterben: Von einst 4.500 Mühlen (1960) sind nur noch 92 übrig. Die Konzentration ist enorm.
Der COVID-Backboom
Im März 2020 passierte etwas Bemerkenswertes: Ganz Österreich begann zu backen. Die Google-Suchen für „Brot backen" explodierten — und Mehlregale blieben wochenlang leer.
Weihnachtskekse — Österreichs süßeste Tradition
Jedes Jahr im Dezember verwandelt sich Österreich in eine Backstube. Aber welche Kekse sind die beliebtesten — und welches Bundesland backt am meisten?
Was Österreich backt — Bundesland-Vergleich
Google Trends verrät, welches Bundesland am meisten nach Backrezepten sucht — und welche regionalen Unterschiede es gibt.
Backtrends 2025/26 — Was kommt als Nächstes?
Google-Suchdaten zeigen, welche Back-Trends gerade boomen. Vom Sauerteig-Revival bis zum Airfryer — die Küche wird neu gedacht.
Lebensmittelverschwendung — Brot im Müll
Brot ist die am häufigsten weggeworfene Lebensmittelkategorie in Österreich. Jedes Jahr landen 161.900 Tonnen im Müll.
Häufig gestellte Fragen zu Brot & Backen in Österreich
Wie viele Bäckereien gibt es in Österreich?
Laut WKO-Branchenstatistik (Stand Mai 2025) gibt es in Österreich 1.357 Bäckereien. In den 1970ern waren es noch rund 3.500 — ein Rückgang von über 61%. Die meisten Bäckereien befinden sich in Niederösterreich (268), Oberösterreich (218) und Wien (182).
Wie viel Brot essen Österreicher pro Jahr?
Österreicher konsumieren durchschnittlich 51,2 kg Brot pro Kopf und Jahr (AMA/BMLRT Versorgungsbilanz). Das sind rund 140 g pro Tag. Am beliebtesten ist Schwarzbrot/Roggenbrot mit 37% Marktanteil, gefolgt von Mischbrot (28%) und Weißbrot (18%). Mit über 300 Brotsorten gehört Österreich zu den vielfältigsten Brotländern Europas.
Warum ist Brot so teuer geworden?
Brot wurde seit 2020 laut Statistik Austria um rund 35% teurer. Haupttreiber war der Ukraine-Krieg: Weizenpreise stiegen weltweit um über 40%, Mehlpreise in Österreich um 43%. Obwohl Mehlpreise sich seit 2023 normalisiert haben, bleiben Brotpreise hoch — ein Phänomen, das Ökonomen als „Sticky Prices" bezeichnen. Zusätzlich stiegen Energie- und Personalkosten für Bäckereien.
Welche Brotsorte ist in Österreich am beliebtesten?
Schwarzbrot bzw. Roggenbrot ist mit 37% Marktanteil die beliebteste Brotsorte in Österreich. Auf Platz 2 folgt Mischbrot (28%), auf Platz 3 Weißbrot/Semmeln (18%). Vollkornbrot wächst mit +12% seit 2020 am stärksten. Insgesamt gibt es in Österreich über 300 verschiedene Brotsorten.
Was ist das beliebteste Weihnachtskeks-Rezept?
Vanillekipferl sind mit 50% der Stimmen die unangefochtene Nr. 1 bei den Weihnachtskeksen in Österreich. Auf Platz 2 folgen Linzer Augen (38%), auf Platz 3 Lebkuchen (32%). Zimtsterne (28%) und Punschkrapferl (24%) komplettieren die Top 5. Die Punschkrapferl sind dabei ein typisch österreichisches Gebäck, das es in anderen Ländern kaum gibt.
Wie viele Mühlen gibt es noch in Österreich?
In Österreich gibt es noch 92 aktive Mühlen (Stand 2025). In den 1960ern waren es noch rund 4.500 — ein Rückgang von 98%. Die Top 10 Mühlen mahlen 76% des gesamten Getreides. Marktführer ist die GoodMills Group (Farina, Vonwiller) mit 28% Marktanteil. Positiv: Die Bio-Vermahlung wuchs in den letzten 10 Jahren um 93%.
Wie viel Brot wird in Österreich weggeworfen?
In Österreich werden jährlich 161.900 Tonnen Brot weggeworfen. Davon entfallen 96.900 Tonnen auf Haushalte — das sind rund 18 kg pro Person und Jahr oder umgerechnet 36 Laibe à 500 g. Brot ist damit die am häufigsten weggeworfene Lebensmittelkategorie in Österreich. Bäckereien und Supermärkte tragen mit Retouren rund 31% bei.
Was sind die Backtrends 2026?
Die wichtigsten Backtrends 2026 in Österreich laut Google Trends: Sauerteig bleibt der stärkste Langzeit-Trend (+200% seit 2019). Airfryer backen ist der am schnellsten wachsende Suchbegriff (+340% seit 2023). Weitere Trends: Protein-Brot (+85%), glutenfrei backen (+45%) und Vollkornbrot (+30%). Der Trend zu gesünderem und bewussterem Backen setzt sich fort.
Über diese Analyse
Methodik & Datenquellen
Diese Analyse kombiniert sechs unabhängige Datenquellen:
WKO Gewerbe & Handwerk, Bäcker-Innung (Zugriff: Februar 2026): Branchenstatistik der Bäckereien 2015–2025, inklusive Betriebszahlen, Lehrlinge, Beschäftigte und Umsatz nach Bundesland. Historische Daten ab 1970 aus WKO-Archiven.
Statistik Austria VPI Open Data (CC BY 4.0): Verbraucherpreisindex mit Basis 2020=100. COICOP-Kategorien für Brot (CP011103), Mehl (CP011102) und Backwaren (CP011104). Zeitraum 2015–2025.
AMA — Agrarmarkt Austria (Getreide-Jahresberichte): Erntemengen, Vermahlungsdaten, Mühlenanzahl und Bio-Anteile. Zusätzlich AMA/GfK RollAMA-Daten zum Mehl-Einkaufsverhalten der Haushalte.
Land schafft Leben (landschafftleben.at): Brot-Factsheet mit Pro-Kopf-Verbrauch, Sortiment und Vertriebskanälen.
Google Trends (Jänner 2021 – Jänner 2026): Regionales Suchinteresse für 15 Back-Keywords, aufgeschlüsselt nach allen 9 österreichischen Bundesländern. Die Scores sind auf 100 normalisiert — Vergleiche nur innerhalb derselben Keyword-Gruppe valide.
BMLRT / WWF Österreich: Lebensmittelabfall-Studie 2023 mit Brot-Verschwendungsdaten nach Sektor.
Einschränkungen: Die Konsumzahlen basieren auf Versorgungsbilanzen, nicht auf direkten Haushaltsmessungen. Google Trends misst Suchinteresse, nicht tatsächliches Backverhalten. Keks-Beliebtheitsdaten stammen aus Umfragen mit begrenzter Stichprobengröße.
